Kostenloser Leitfaden „Stressmanagement“

Management von Stress und psychosozialen Risiken in Unternehmen

OnLine-Banner-DEDie Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat einen elektronischen Leitfaden zum Management von Stress und psychosozialen Risiken bei der Arbeit veröffentlicht. Das kostenlose Tool bietet umfassende Informationen sowohl für Arbeitgeber als auch Beschäftigte, um arbeitsbedingten  Stress und psychosoziale Risiken besser zu verstehen und zu managen.

Der Ratgeber „Stress und psychosoziale Risiken“ wurde von der EU-OSHA im Rahmen der Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – den Stress managen“ (2014-2015) entwickelt und richtet sich sowohl an Arbeitgeber als auch an Beschäftigte. Stress aus medizinisch-psychologischer Sicht wird erst dann zu einem Problem, wenn das Gleichgewicht zwischen Anforderungen und vorhandenen Ressourcen zur Bewältigung langfristig gestört ist und so die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten beeinträchtigt. Sowohl das Arbeitsschutzgesetz als auch die EU-Rahmenvereinbarung über arbeitsbedingten Stress (89/391/EWG) und die EU-Rahmenvereinbarung zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern zu Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz (2007) stellen Unternehmen in die Pflicht, Maßnahmen umzusetzen, die die Sicherheit und Gesundheit von ArbeitnehmerInnen sicherstellen.

Risikofaktoren für Stress erkennen

Stress entsteht immer dann, wenn Beschäftigte über einen längeren Zeitraum hinweg das Gefühl haben, Arbeitsanforderungen nicht bewältigen können, weil sie nicht über  die notwendigen Ressourcen und/oder Kompetenzen verfügen, keine Möglichkeit der Einflussnahme mehr sehen, keine Wertschätzung für die geleistete Arbeit oder  in schwierigen Situationen keine emotionale Unterstütztung durch Vorgesetzte und Kollegen erfahren. Dabei kann anhaltende Unterforderung (Beispiel Boreout) ebenso Stress auslösen wie ständige Überforderung etwa durch Arbeitsverdichtung oder durch das Fehlen der erforderlichen Qualifikationen.

Screenshot aus dem Video Stressmanagement

 

 

 

 

 

Aber auch Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (Work-Life-Balance) können chronischen Stress erzeugen. Auf Dauer krank machen auch versteckte oder offene Diskriminierungen und Mobbing am Arbeitsplatz. Dabei sollten sich Beschäftigte und Führungskräfte klar machen: Ausgrenzung kann jeden treffen: Frauen und Männer, Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderte, Leistungsträger und sogenannte „low Performer“. Letzteren fehlt häufig nicht die Arbeitsmotivation, sondern ein Arbeitsplatz, der ihren Kompetenzen und Fähigkeiten tatsächlich entspricht. Für Arbeitgeber stellen Stresserkrankungen ein hohes finanzielles Risiko dar: Rund 50 Prozent aller Fehlzeiten lassen sich auf Stress zurückführen. Zu den häufigsten Stresserkrankungen zählen Bluthochdruck, Arteriosklerose, Schlaganfall und Herzinfarkt, chronische Kopf- und Rückenschmerzen, Depressionen und Burnout.

Stressmanagement: Best Practice und präventive Maßnahmen

Der elektronische Leitfaden informiert in verständlicher Sprache über die einzelnen Risikofaktoren, wie

  • anhaltende Arbeitsverdichtung
  • Mangel an Einflussmöglichkeiten
  • unzureichende Unterstützung durch Vorgesetzte
  • schlechtesBetriebsklima und Mobbing
  • Unklare Verteilung von Rollen und Zuständigkeiten
  • Fehler im Change Management

Darüber finden Unternehmen viele Best-Practice-Beispiele aus dem Unternehmensalltag und Checklisten für die Entwicklung und Umsetzung präventiver Maßnahmen.

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Auch für Beschäftigt bietet der Leitfaden Informationen und praktische (leider sehr allgemeine) Tipps, mit denen die eigene Belastbarkeit und Stressresistenz verbessert werden kann.

Der Leitfaden steht sowohl online als auch zum Download als zip.-Datei auf der Webseite Healthy Workplaces der EU-OSHA zur Verfügung: www.healthy-workplaces.eu