Über das Demografieblog

Der demografische Wandel stellt eine der größten Herausforderungen dieses Jahrhunderts dar. Nicht nur für Deutschland, sondern weltweit. In Europa ist Deutschland das Land mit der am schnellsten älter werdenden Bevölkerung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wird bereits in wenigen Jahren (2035) die Hälfte der Deutschen über 50 Jahre alt und jeder Dritte davon 65 Jahre und älter sein. Der demografische Wandel fasziniert mich seit vielen Jahren. Seit 2008 schreibe ich über demografische Trends und Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft. Mit dem Relaunch 2013 bekam das damalige SK-Blog nicht nur ein neues Design, sondern auch einen anderen Namen: Aufbruch und Wandel. Das Demografieblog.

Unternehmen spüren den demografischen Wandel

In der Arbeitswelt sehen sich Unternehmen vor die Herausforderung gestellt, ihre Produktivität und Innovationsfähigkeit trotz Fachkräftemangel und älter werdenden Belegschaften zu sichern. Heute zählen knapp 50 Mio. Menschen zur Altersgruppe der Erwerbstätigen (20-65 Jahre). Ihre Zahl wird nach 2020 deutlich zurückgehen und 2035 nur noch knapp 40 Mio. betragen. Bis 2060 wird die Anzahl der Erwerbstätigen auf etwa 36 Mio. sinken (–27 %) – wenn sich nichts ändert. Vor diesem Hintergrund müssen sich Unternehmen auf älter werdende Belefschaften einstellen und mehr investieren, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten und fördern.

Wirksam werden allerdings Angebote allerdings nur dann sein, wenn sie einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Maßnahmen, die sich nur auf die Förderung der physischen Gesundheit beziehen, reichen nicht aus. Vielmehr müssen alle Aspekte des Arbeitslebens wie ergonomische und alterssensible Arbeitsumgebungen, ein Repekt, Vertrauen und Wertschätzung betonender Führungsstil und vieles mehr berücksichtigt werden. Investitionen in die Arbeitsfäigkeit und Arbeitsmotivation müssen frühzeitig beginnen, um nachhaltig zu sein. Die heute 40 – 50 Jährigen bilden bereits heute die Mehrheit der Belegschaften und werden in knapp 15 Jahren die Unternehmen verlassen und ihr Betriebs- und Erfahrungswissen mitnehmen. Wenn sich nichts ändert.

Beschäftigte dagegen stellen sich auf eine längere Lebensarbeitszeit ein und stehen damit vor der Herausforderung, angesichts steigender Arbeitsverdichtung, höheren Flexibilitäts-Anforderungen, Technologisierung und Globalisierung dieser Herausforderung gewachsen zu sein und ihre Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und ihre Motivation zu erhalten.

Gesellschaft des langen Lebens: 70 ist das neue 50

Die Chancen für diese immensen Herausforderungen liegen in einer deutlich gestiegenen Lebenserwartung. Wir werden nicht nur älter, sondern bleiben auch länger jung und gesund. Die Phase des beschwerlichen Alters hat sich verkürzt und deutlich nach hinten verschoben. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang auch von den „gewonnenen Jahren„.  Wir alle spüren die Veränderungen. In den letzten Jahren haben sich dank zahlreicher Initiativen und Projekte die Altersbilder in Wirtschaft und Gesellschaft deutlich verändert. Sie sind vielfältiger und zugleich realistischer geworden. Vor acht Jahren, als ich meine ersten Vorträge auf der Internetworld und anderen Kongressen hielt, gab es in Fotodatenbanken keine Bilder von aktiven, arbeitenden, attraktiven und modisch gekleideten Menschen über 50. Heute kommt keine Datenbank mehr ohne  aus. Die Werbung macht regen Gebrauch davon, denn auch die Wirtschaft hat Menschen im besten Alter als interessante Kundengruppe entdeckt. Für mich persönlich war es eine unglaubliche Erfahrung mitzuerleben, wie innerhalb weniger Jahre knapp die Hälfte der Bevölkerung sich zu einer der wichtigsten Zielgruppen für zahlreiche Branchen entwickelte.

Die Übergänge zwischen den Lebensphasen sind fließender und die Lebensstile individueller und heterogener geworden. Auch mit 60 oder 70 verändert sich unser Konsum- und Freizeitverhalten nur wenig. Das zeigen ausverkaufte Konzerte von Musikern, die ihre Karriere in den 1970ern starteten. Der Boom von Senior Models, Gesundheits- und Wellnesstourismus oder das wachsende Interesse an Social Media Communities wie Facebook & Co. Hier zeigen sich für Unternehmen die enormen Potentiale des demografischen Wandels. In jedem Alter erwarten wir heute attraktive und nützliche Produkte und Dienstleistungen, die sich flexibel den unterschiedlichen Lebensphasen anpasssen, ohne auszugrenzen oder zu stigmatisieren.

Das Demografieblog: Tipps für den Neustart mit 50

Heute denken wir mit Mitte 50 nicht mehr an die Rente, sondern an die zweite Karriere. Mit 65 hören viele von uns nicht auf zu arbeiten, sondern starten neu durch:  Als Unternehmerin, Consultant oder Senior Experte, Wir wollen aktiv unsere Lebensträume verwirklichen, nach unseren eigenen Werten und Vorstellungen leben und ausprobieren, was alles noch geht und umsetzbar ist. Wir halten uns fit, leben möglichst gesund und unterscheiden uns häufig auch modisch kaum von jüngeren Generationen. Wer einen gesunden Lebensstil pflegt, sich viel bewegt und auch intellektuell immer wieder die Herausforderung sucht, hat heute mit 70 Jahren gute Chancen, so fit zu sein, wie mit 50. Das haben zahlreiche Studien der letzten Jahre belegt.

Nicht mehr der 40., sondern der 50. oder 60. Geburtstag ist heute für die viele Menschen der Zeitpunkt, noch einmal – und ganz bestimmt nicht zum letzten Mal – neu durchzustarten. Wechseljahre und Midlife-Crisis verlieren ihre negative Bedeutung. Gerade für uns Frauen gewinnen Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung in den mittleren Jahren an Bedeutung. Der Abschied vom Jugendwahn wird dabei als Befreiung und Chance erlebt. Das Alter ist individuell geworden und spielt in den meisten Lebensbereichen keine große Rolle mehr.

Wir haben heute die Möglichkeit, unsere Visionen von einem anderen Leben umzusetzen. Nutzen wir sie und diskutieren wir darüber, was unsere Gesellschaft und jede/jede Einzelne von uns braucht, um die Chancen einer Gesellschaft des lange Lebens bestmöglich zu nutzen, Das Demografieblog Aufbruch und Wandel möchte hierfür Impulse bieten und über aktuelle Entwicklungen informieren

 

 

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